Jazz

Während das klassische Pop-Piano der 70-er und 80-er über gewisse Strecken näher an der Klassischen Musik und am Musical angesiedelt ist, und eine gängige Aufgabenstellung sein kann, bereits vorhandenes Material mit einem hohen Wiedererkennungswert zu reproduzieren (Wenn man Billy Joels „Scenes from an Italian Restaurant“ möglichst authentisch am Klavier nachspielen möchte, stellt sich primär die Frage nach der technischen Umsetzung und Umsetzbarkeit – die Akkordfolge und die Aneinanderreihung der einzelnen Parts bleibt unangetastet – das Gleiche lässt sich über Songs wie „I’m not the only one“ (Sam Smith), „Make it like a memory“ (Barry Gibb/Albhy Gluten) oder „You don’t bring me flowers“ (Neil Diamond, Alan & Marylin Bergman) sagen – die letzten zwei durchaus Lieder, die einem Musical entstammen könnten), stellt das Spielen (und damit das Unterrichten) von Jazz Piano grundverschiedene Anforderungen: Während musiktheoretische Aspekte im Pop-Piano-Unterricht während dem Spielen „mitgenommen“ werden, nehmen sie in der herkömmlichen Jazz-Didaktik einen traditionell prominenten Stellenwert ein.

Da ich selber weitaus stärker vom Spielen als von einer theoretischen Beschäftigung mit dem Material geprägt bin, nimmt die Musiktheorie in meinem Unterricht keinen zentralen Stellenwert ein – als Hilfsmittel und als Inspirationsquelle ist sie jedoch selbstverständlich Teil der Auseinandersetzung mit der Musik.